💛 Du warst innerlich schon woanders


#ISSUE 24

Reader,



Es gibt da eine Frage, die mich schon länger beschäftigt.

Wenn jemand mit dir redet - bist du dann wirklich da?

Oder bist du eigentlich schon woanders,
formst innerlich den nächsten Satz,
während du darauf wartest, dass du an der Reihe bist, zu reden?

Wenn der Kopf schon einen Schritt weiter ist


Es gab eine Zeit, da dachte ich, ich sei ein guter Zuhörer.
Ich war präsent und aufmerksam, nickte an den richtigen Stellen.

Was mir nicht klar war: Ich habe nicht einfach zugehört.

Ich habe zugehört, um eine Pause, ein Signal, einen Moment zu finden, in dem ich antworten konnte. Während mein Gegenüber noch gesprochen hat, war ich längst woanders.

Was für mich alles verändert hat


Was mir geholfen hat, war keine besondere Technik.

Es waren Gesprächskreise, in denen es im Grunde nur eine Praxis gab:
bei dem zu bleiben, was gerade in dir passiert, während der andere spricht.

Nicht vorbereiten. Nicht weiterdenken. Nicht helfen.
Einfach nur Wahrnehmen.

Was bewegt sich gerade in mir?

Was zieht mich vielleicht an?

Wo verändert sich mein Atem?

Das hat etwas Grundlegendes in mir verändert.
Zuhören war nun nicht länger etwas, das ich mit dem Kopf tat,
sondern mit meinem ganzen Körper.

Es hat eine Weile gedauert, den Unterschied zu spüren, ob ich nur mit jemandem im selben Raum-, oder wirklich bei der Person bin.

Die Qualität echten Zuhörens


Echtes Zuhören hat eine bestimmte Qualität.

Etwas wird langsamer.
Du hörst auf, dich vorzubereiten.
Du lässt das, was gesagt wird, wirklich bei dir ankommen.

Nicht um es zu verarbeiten.
Nicht um zu antworten.
Einfach um zu empfangen.

Und es verändert sich auch etwas in dem Raum zwischen zwei Menschen, wenn dies geschieht.

Die Person, die spricht, spürt es, noch bevor sie es benennen kann.
Sie fühlt sich nicht nur gehört.
Sie fühlt sich wirklich gesehen.

Wenn Präsenz zu echtem Kontakt wird


In dieser Qualität von Präsenz wird etwas möglich.

Wenn du wirklich neugierig auf die Welt eines anderen Menschen bist -
nicht, um auf das Gesagte zu reagieren,
sondern einfach, weil du wissen möchtest, wie es gerade ist, dieser Mensch zu sein - dann öffnet sich etwas.

Du beginnst wahrzunehmen, was sich in dir bewegt, während der andere spricht.
Eine Enge. Eine Wärme. Vielleicht etwas, das dich näher hinzieht.

Und genau diese innere Bewegung
wird zum eigentlichen Kontakt.

Zwei Menschen berühren tatsächlich die Wirklichkeit des anderen.
Sie tauschen nicht nur Worte aus.

Sie versuchen nicht mehr, den Raum zwischen sich zu kontrollieren.
Etwas beginnt sich zu verändern.
Für beide.

Das ist besonders.

Warum es so schwerfällt, wirklich zuzuhören


Wir können nur geben, was wir selbst erfahren haben.

Und die meisten von uns wurden nie wirklich ganz gehört.
Also tun wir das, was wir kennen.

Wir warten darauf, dass wir an der Reihe sind.

Um dieses Thema geht es in meinen Online-Sessions.

Ein geschützter Raum, in dem du so gehört und empfangen wirst, wie du bist.
Wo etwas in dir endlich aufhören kann zu funktionieren,
aufhören zu erklären - und einfach da sein darf.

Wenn du neugierig bist, wie sich das anfühlt, antworte auf diese E-Mail oder erfahre hier mehr:

Bis bald,
Johannes


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Johannes Ebert

My name is Johannes – a practitioner, guide, and bodyworker grounded in direct experience, honest connection, and a deep trust in the body. My work invites you back to your body – to listen, to feel, and to remember. Through presence, something quiet returns: breath, clarity, and the truth that has always lived beneath the surface.

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